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Offiziell gibt es in Kolumbien keinen Krieg. Dennoch beherrscht bewaffnete Gewalt den Alltag. Laut Statistik werden täglich sechs Kinder ermordet. Über eine Million Menschen sind auf der Flucht vor der Guerilla, den Todesschwadronen, Militär und Drogenmafia. terre des hommes engagiert sich seit mehr als 25 Jahren für den Frieden in Kolumbien und unterstützt zum Beispiel die Menschenrechtsorganisation "Humanidad Vigente", die sich gegen Rekrutierung der unter 18-jährigen einsetzt. Man hilft zudem Familien vor Gericht, deren Kinder verschleppt, entführt oder ermordet wurden.
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Die "Organisation "Taller de Vida", zu deutsch "Werkstatt des Lebens" betreut Flüchtlinge in der Hauptstadt Bogotá. Zunehmend werden ganze Familien aufgenommen, die fliehen, um die eigenen Kinder vor Zwangsrekrutierungen durch die Guerilla zu schützen. Während die Frauen kunstgewerbliche Arbeiten zum Verkauf anfertigen, wird mit den Kindern und Jugendlichen therapeutisch gearbeitet.
Im November 2001 konnte eine Theatergruppe von "Taller de Vida", organisiert von der "Kinderkulturkarawane", eine sechswöchige Tournee durch Deutschland machen. Auch einige Arbeitsgruppen engagierten sie. Das Stück "Der Tod ist los" beschrieb das Leben der Jugendlichen. Geflüchtet vor den Angriffen in ihrer Heimat retten sie sich in die Stadt - wo jedoch auch der Tod an jeder Ecke lauert. Der Tod läßt sich auf einen Trick ein - ein Tarotspiel bestimmt das Schicksal - und so wird immer wieder eine Auferstehung möglich.
Die Jugendlichen spielten vor ausgefüllten Aulen. In Gesprächen mit deutschen Jugendlichen - häufig wurden sie bei deutschen Gasteltern untergebracht - setzten sie sich intensiv mit ihrer grausamen Vergangenheit auseinander. Diese Begegnung war ein Gewinn für die Gäste wie für die Gastgeber.
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Foto: www.lichtblick.de Szene aus "Der Tod ist los" von "Taller de Vida".
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Der zwölfjährige Roen Chan hat bereits ein Leben als Soldat hinter sich. "Ich hatte ein Gewehr, das war größer als ich. An der Straße nach Poi Pet haben wir Autos gestoppt. Wenn einer nicht bezahlen wollte, haben wir mit dem Gewehr nachgeholfen."
Die kambodschanische Armee hat offiziell keine Kindersoldaten, dennoch stecken oft Kinder in den Uniformen. "Diese Kinder werden in einen Teufelskreis hereingezogen", berichtet Benito von "Kroussar Thmey", einem Partner von terre des hommes. "Das Militär ist ihre neue Heimat und sie müssen sich anpassen, um zu überleben. Also machen sie mit und stumpfen dabei immer mehr ab, um diesen Alptraum zu überleben."
Roen Chan hatte Glück und fand Schutz bei "Krousar Thmey". Heute geht er mit den anderen Kindern zur Schule. Seine Geschichte sieht man ihm nicht an. Nachts aber wacht er immer wieder schweißgebadet auf, denn er träumt von den Menschen, die er erschossen hat.
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