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Wie werden die Kinder rekrutiert?
Es gibt verschiedene Formen der Rekrutierung:
a) die Wehrpflicht
In vielen Ländern gibt es eine Wehrpflicht. In manchen Ländern ist die Altersgrenze niedriger als 18 Jahre, damit sind sie für uns Kindersoldaten. In anderen Ländern gibt es eine festgelegte Wehrpflicht von 18 Jahren, aber die Gesetze werden nicht eingehalten, z.B. weil es keine Geburtenregistrierung gibt. Dann weiß niemand, wie alt er ist. Oft gibt es auch eine starke Korruption, so dass nur diejenigen zum Militär müssen, die arm sind. Die anderen kaufen sich frei und bezahlen Ersatzleute, die oft das notwendige Alter noch nicht erreicht haben. Wieder andere Länder führen eine "Wehrpflichtlotterie" durch, wer das falsche Los zieht, muss dienen. Die Reichen sorgen dann dafür, dass das Los ihrer Kinder vor der Ziehung verschwindet.
b) Zwangsrekrutierung
Wenn der Krieg ausbricht oder schon länger andauert, werden Kinder oft zwangsrekrutiert. Sie werden mit vorgehaltener Waffe gezwungen, sich den Truppen anzuschließen. Es handelt sich also um Entführungen, die oft unter grausamsten Umständen stattfinden. Weit verbreitet waren und sind Zwangsrekrutierungen im Norden Ugandas, im Kongo, in Sierra Leone, in Angola und in Kolumbien. Die Verantwortlichen waren in diesen Fällen Rebellengruppen. Auch bei den schon erwähnten Rekrutierungen in Äthiopien handelte es sich um Zwangsrekrutierungen, dabei war jedoch die Regierung verantwortlich. Sie kamen mit Lastwagen zu den Schulen und nahmen alle Jungen eines Jahrgangs einfach mit. Besonders schwierig ist die Situation der weiblichen Kindersoldaten. Sie werden oftmals sexuell missbraucht, werden ungewollt schwanger und sind allgemein gesundheitlich den Strapazen des Soldatendaseins schlechter gewachsen als männliche Kindersoldaten.
c) Freiwillige
Manche Kinder schließen sich freiwillig einer der bewaffneten Gruppen an. Die freiwillige Meldung in eine reguläre Armee kommt seltener vor, in den letzten Jahren wurde sie nur aus den Armeen im ehemaligen Jugoslawien berichtet. Allerdings: Freiwilligkeit ist ein schillernder Begriff: Die meisten Kinder suchen Schutz und Unterstützung bei den bewaffneten Gruppen, weil sie, ihre Eltern oder Gemeinschaften aus ethnischen, politischen, religiösen oder anderen Gründen verfolgt werden. Viele Kinder haben ihre Eltern durch Massaker verloren, mussten ihre Dörfer verlassen und fliehen. Dementsprechend sind die meisten "Freiwilligen" auch Kinder in besonders schwierigen Lebenssituationen: sie l eiden unter extremer Armut, sind Straßenkinder ohne Eltern oder Flüchtlingskinder ohne Hoffnung und Perspektive.
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