WIE SEHEN DIE LEBENSUMSTÄNDE AUS?

Wie sehen die Lebensumstände der Kinder aus?

Es gibt eine UN-Studie zu Kindersoldaten, in denen auch die Lebensumstände
der Kinder beschrieben werden. Obwohl es auch hier Ausnahmen gibt, lässt sich zusammenfassend sagen:

1. Besonders belastend für alle Kinder, besonders aber die jüngeren unter ihnen,
ist die Trennung von den Eltern und der Gemeinschaft, in der sie bis dahin
aufgewachsen waren.

2. Kindersoldaten werden ebenso hart behandelt wie erwachsene Soldaten,
auf ihre besonderen Bedürfnisse als Kinder wird keine Rücksicht genommen.

3. Die Kinder werden oft einer brutalisierenden Behandlung unterworfen, sie
werden geschlagen, misshandelt und gezwungen, Grausamkeiten zu begehen.
Sie müssen z. B. andere Kinder töten, wenn sie fliehen wollten. Diese Behandlung
dient zur Einschüchterung, zur Erzwingung absoluten Gehorsams und zur
Abstumpfung gegen Grausamkeit.

4. Sie erhalten keine Ausbildung oder Schulunterricht, können oft weder lesen
noch schreiben und erlernen auch nicht die notwendigen Kulturtechniken, um in
einer Zivilgesellschaft miteinander leben zu können.

5. Das Leben als Soldat ist generell sehr hart, oft müssen schwere Lasten
(Waffen, Verwundete, Lebensmittel, Hausrat, Zelte) über weite Strecken
geschleppt werden. Essen, sauberes Wasser und sonstige Versorgungsgüter
(Medikamente) sind knapp. Kinder, die den Anforderungen nicht gewachsen
sind, werden oftmals getötet.

6. Viele Mädchen, aber auch Jungen, werden sexuell von den erwachsenen
Soldaten missbraucht, mit dem Risiko der Schwangerschaft bei Mädchen
und bei allen Kindern von Geschlechtskrankheiten, insbesondere HIV/AIDS.

7. Auf Flucht oder Desertion steht zumeist die Todesstrafe

8. Kinder werden generell als weniger "wertvolle" Soldaten angesehen. Dies
bedeutet im Kampf, dass sie an besonders gefährlichen Stellen der Front,
als Spione, Minenleger und Minensucher eingesetzt werden. Entsprechend
hoch ist das Risiko, verletzt oder getötet zu werden.

9. Verletzte Kinder werden oft zurückgelassen. Häufigste Verletzungen sind
Blindheit, Taubheit durch Explosionslärm, Verlust von Gliedmaßen.

10. Kinder, die in Gefangenschaft geraten, werden zumeist ebenso behandelt
wie die erwachsenen Gefangenen.

11. Beim Abschluss von Friedensverträgen neigen die Kriegsparteien dazu, die
Kinder und Jugendlichen zu "vergessen" und ihre Kriegsbeteiligung zu leugnen.



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