WELCHE HILFE GIBT ES?

Welche Wege (Hilfsangebote, Initiativen auf nationaler/
internationaler Ebene) gibt es für sie zur Wiedereingliederung?

Es gibt verschiedene Bereiche, in denen Aktivitäten ergriffen wurden und
verstärkt werden müssen:

1. Prävention:

Wichtigstes Ziel ist es, dass Kinder nicht Soldat werden. Dabei ist es
unerheblich, ob es sich um die Rekrutierung von Freiwilligen, um die
Einziehung von Wehrpflichtigen oder Zwangsrekrutierungen handelt:
die Altersgrenze von 18 Jahren sollte weltweit gelten.

Auf der Ebene der Regierungen ist dieses Ziel erreichbar, dazu müssten
die entsprechenden Gesetze geändert werden. Allerdings: sogar die
Bundeswehr rekrutiert 17-jährige Freiwillige.

Schwieriger wird es sein, die bewaffneten Oppositionsgruppen zu verpflichten,
keine Kinder mehr zu rekrutieren. Und - man muss alle Kinder über ihre
Rechte aufklären und sie über das schlimme Schicksal informieren, das ihnen
als Kindersoldat droht. Sie müssen wissen, dass sie sich gegen die Rekrutierung
wehren dürfen und dabei Unterstützung bekommen.

terre des hommes unterstützt daher zum Beispiel in Kolumbien
Aufklärungsarbeit in den Medien, unterstützt Kinder und
Jugendliche in Flüchtlingslagern und die kolumbianische
Koalition gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten.

2. Entlassung:

Wenn Kinder bereits in den bewaffneten Einheiten sind und der Krieg
noch andauert, ist es sehr schwierig, ihnen zu helfen. Sie sind in der
Regel nicht erreichbar und stehen unter völliger Kontrolle ihrer Kommandeure.
Daher muss versucht werden, die militärisch Verantwortlichen zu beeinflussen,
damit die Kinder entlassen werden. Dies muss durch Verhandlungen und
Druck geschehen - eine sehr schwierige Aufgabe.

Sehr wichtig dabei: es muss deutlich werden, dass die Weltöffentlichkeit die
Rekrutierung von Kindern als Verbrechen an den Kindern ablehnt. Die es
trotzdem tun, verlieren dann an öffentlichem Ansehen, oftmals vorhandene
Sympathie und Unterstützung.

Aus diesem Grund sammelt terre des hommes Unterschriften und
tritt für eine Verbesserung der völkerrechtlichen Normen ein
.
Letztendlich muss die Rekrutierung von Kindern als Kriegsverbrechen
angesehen werden
, die Verantwortlichen sind zu verhaften und zu bestrafen.
Erste Schritte in dieser Richtung sind bereits getan (Einrichtung eines ständigen internationalen Strafgerichtshofes).

3. Rehabilitation und Reintegration:

Am Ende eines Krieges werden die bewaffneten Einheiten aufgelöst,
die Soldaten entlassen.

Sehr wichtig ist jetzt die Familienzusammenführung, besonders für die Kinder.
Es muss Angebote geben, die verpasste Bildung nachzuholen.
Zuallererst aber muss gewährleistet sein, dass die Kinder in ihrer
Heimat akzeptiert und aufgenommen werden. Dies ist oft sehr schwierig,
denn viele Kinder haben als Soldaten schreckliche Grausamkeiten begangen,
oftmals in ihren Heimatgemeinden.
Nicht immer werden sie deshalb mit offenen Armen gefangen, manche erwartet
sogar ein Prozess.




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