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Schon immer beobachtet terre des hommes, parallel zu seinen konkreten Hilfen für verlassene Kinder, kritisch den sich entwickelnden internationalen Kinderhandel. Durch die Mitarbeit in internationalen Gremien war es terre des hommes möglich, diese Form des Kindesmißbrauchs öffentlich anzuprangern und geeignete gesetzliche Instrumentarien zu ihrer Bekämpfung zu entwickeln. terre des hommes stellt den Wert von Auslandsadoptionen als eine mögliche Form von Hilfe für verlassene Kinder nicht in Frage.
Die Vermittlung eines Kindes zur Adoption ins Ausland darf allerdings erst der letzte Schritt in einer Reihe von Maßnahmen sein, die zunächst darauf abzielen müssen, das Kind in seine Ursprungsfamilie zu reintegrieren bzw. in seinem Heimatland nach einer geeigneten Pflege- oder Adoptivfamilie zu suchen. Mit dieser Auffassung steht terre des hommes auf dem Boden des UN-Übereinkommens über die Rechte des Kindes von 1989 sowie der am 23. Mai 1993 in Kraft getretenen Haager Konvention <http://www.hcch.net> über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der grenzüberschreitenden Adoption, die Ende 1997 von der Bundesregierung gezeichnet, aber nicht ratifiziert wurde.
Die genannten Gesetzeswerke waren nötig geworden, weil eine immer größer werdende Zahl unfreiwillig kinderloser Paare aus den westlichen Industrienationen sich berechtigt glaubt, den eigenen Kinderwunsch um jeden Preis - und gegen die Würde und Rechte der betroffenene Kinder und ihrer leiblichen Mütter - durchsetzen zu dürfen. Das Prinzip: Eltern für Kinder wurde damit in sein Gegenteil verkehrt. So werden heute (noch) in der Bundesrepublik Deutschland 70 bis 80 Prozent aller Fremdadoptionen aus dem Ausland an den staatlich autorisierten Fachvermittlungsstellen vorbei und nicht selten mit Hilfe eindeutig krimineller Machenschaften realisiert.
Die übliche Rechtfertigung, so doch wenigstens einem von Millionen verelendeter Kinder konkret helfen zu können, trifft das Problem nicht. Die Zahl von Adoptionsbewerbern übersteigt die Zahl der nach sorgfältiger Prüfung zur Adoption freigegebenen Kinder bei weitem! Auch dient solche Rechtfertigung nur der eigenen Bedürfnisbefriedigung, solange die westliche Hilfe für den Aufbau eines funktionierenden sozialen Netzes samt entsprechender Adoptionsprogramme in den Heimatländern der Kinder in jeder Hinsicht ungenügend ist. Allen Interessenten an einer Auslandsadoption empfiehlt terre des hommes:
Setzen Sie sich mit der Adoptionsvermittlungsstelle des für sie zuständigen Jugendamtes in Verbindung! Nehmen Sie unbedingt Kontakt mit einer in Deutschland zugelassenen Fachstellen für Auslandsadoptionen auf! In jedem Fall: Verzichten Sie auf vermeintlich »schnelle und unbürokratische Hilfe« durch private Vermittler (Anwälte, Ärzte, Pfarrer etc.) hier oder im Ausland!
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