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Plötzlich fühlten wir uns schuldig. Wir uns bemitleidenswert? Was haben wir denn schon im Vergleich zu ihnen an Unglück erlebt. Und trotzdem waren sie diejenigen, die lachten und tanzten und Zuversicht ausstrahlten, obwohl sie uns von ihrer ungewissen Zukunft erzählten, von ermordeten Familienangehörigen und Folter. Und wir spielen gleich HB-Männchen, wenn wir kein Guthaben mehr auf dem Handy haben?
Der Entschluss, ihnen in materieller Hinsicht zu helfen, war schnell gefasst. Wir wollten in unseren Benetton-Pullovern wenigstens etwas dazu beitragen, dass sie ihre Zukunftswünsche wie Meeresbiologie oder Medizin zu studieren, vielleicht doch verwirklichen konnten. So fingen wir an, unseren Wow-Day (Waldorf-One-World-Day) zu organisieren.Wir entscheiden uns also dafür, dass die gesamte Oberstufe sechs Stunden für mindestens fünf Euro pro Stunde in Betrieben und Haus halten arbeiten sollte. Nachdem geklärt war, dass alle mitmachen wollen und wir für diesen Tag schulfrei bekommen sollten, war der Weg sozusagen frei für unser Projekt.
Abgesehen von den kleinen Organisationsproblemen, denen wir uns plötzlich gegenüber sahen. Was, wenn zum Beispiel nicht jeder Schüler einen Arbeitsplatz bekommen sollte? Also gingen wir auf die Suche und organisierten Arbeitsplätze, hauptsächlich im Elternkreis. Fenster sollten geputzt, abgeschliffen oder gestrichen werden, Keller entrümpelt, Gärten umgegraben und Böden gewischt werden. Manch einer durfte sich in diversen Büros an Akten wagen oder auf einem Bauernhof den Stall ausmisten.
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