MUSIKER DIENEN DER GUTEN SACHE

Am Sonntag, den 20. April 2008 fand in der Ev. Kreuzkirche Wassenberg ein Benefizkonzert des Kammer Musik Ensemble Übach Palenberg anlässlich des 25jährigen Bestehens der Arbeitsgruppe Kreis Heinsberg statt. Die Spenden wurden erbeten für ein Aids-Hilfe-Projekt in Mosambik.

Aachener Zeitung:
24.4.2008 Kreis Heinsberg. Das Kammermusikensemble (KME) Übach-Palenberg stellte sich wieder in den Dienst der guten Sache. Das Benefizkonzert der Kinderhilfsorganisation terre des hommes bedeutete Hilfe für ein Aids-Waisenkinder-Zentrum in Mosambik.
Das KME wartete mit einem zweistündigen Programm des Barock beziehungsweise der Frühklassik auf, das es im Strahlen mit der Sonne an diesem frühlingshaften Tag aufnehmen konnte.

Sieben teils schwergewichtige Werke, die man sonst von Profiensembles erwartet, wurden geboten. Dabei wuchsen die Musiker weit über sich hinaus. Gradmesser für die Musizierkunst war Johann Sebastian Bach und dessen viertes Konzert für Cembalo beziehungsweise Klavier, Streicher und Basso continuo (BMV 1056), für dessen Soloteil die Tilsiter Konzertpianistin Marika Asatiani gewonnen wurde.
Um welches «Kaliber» es sich handelt, beweisen die von ihr eingespielten Goldberg-Variationen. Auch das gespielte Werk von zirka zehn Minuten, das mit den kurz gefassten Sätzen an Vivaldi erinnert, ist nicht ohne hohe Ansprüche, wenngleich nicht alle Zweifel an der Authentizität ausgeräumt werden konnten.

Andererseits handelt es sich um ein Werk typischer Bach-Prägung. Außerdem erscheint es später wieder in einer Bach-Kantate. Die Interpretation war eine der größten Herausforderungen, und alle brachten es zu Bestleistungen.

Mit Georg Philipp Telemann und dessen Concerto für zwei Flöten (Solisten Hermann J. Basten und Dr. Burkhardt Ollertz), Streicher und Basso Continuo in e-Moll wagte man sich ins Revier eines Frans Brüggen, dessen Flötenspiel zur Legende wurde. Auch wenn dabei keine Blockflöte gespielt wurde, war dieses viersätzige Stück der krönende Abschluss des ersten Teils.
Ein Drittes nach dem Grundsatz, dass der guten Dinge drei sind, ist rasch gefunden, wobei gleich drei Stücke für diese Rangordnung rivalisierten: von Monn, Stamitz und Pergolesi.

Das an sich dreisätzige Konzert für Violoncello (Theresia Ackva), Streicher und Cembalo in g-Moll Monns ist ein echtes Unikat im neapolitanischen Stil mit insgesamt sechs Ritonellen und fünf Soli, nicht nur äußerst selten zu hören, sondern auch nur etwas für Meistercellisten.
Kein Geringerer als Arnold Schönberg unterzog es 1940 einer Neubearbeitung. Wie die Flötisten mit schönem Ton imponierten, ging da die Cellistin bis an ihre Grenzen edlen Klangs. Auch Johann Stamitz, obwohl er nur verkürzt wiedergegeben wurde, stand in großer Gunst, auch wenn da noch eine Elevin als Solistin fungierte.

Die 16-jährige Christina Peschen brachte es als Klarinettistin auf eine höchst achtbare Leistung, auf die sie mit dem Adagio von Heinrich Josef Baermann sie noch eins draufsetzte.

Bleibt noch das Musikgenie Giovanni Battista Pergolesi, bei dessen Concertino II das KME alle Kräfte und alles Können noch einmal zusammenfasste und das Konzert mit traumhaften Leistungen nach dem Urteil der Besucher zum Abschluss brachte, nachdem es mit Antonio Caldara begonnen wurde.
Auch nach der langen Dauer, für die Musiker mit äußerster Anspannung verbunden, war eine Zugabe unvermeidlich. Der Gesamterlös, der nach dem Benefizkonzert an die Kinderhilfsorganisation terre des hommes fließt, beläuft sich auf 850 Euro.

Wer terre des hommes mit einer Spende unterstützen möchte, kann dies mit einer Überweisung auf das Spendenkonto 700800700 bei der Volksbank Osnabrück (Bankleitzahl 26590025).

Kontakt zu terre des hommes im Kreis Heinsberg gibt es über Ellen Reiners unter Telefon 02452/22072.

Quelle: http://www.aachener-zeitung.de

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