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»In Politik einmischen und Bewusstsein verändern«- »Weg zu einer Erde der Menschlichkeit« - »Hilfe für Kinder in Not« ... so lauteten die ersten Überschriften in den lokalen Zeitungen, als sich die Gruppe im Januar 1988 gegründet hat. Die Arbeitsgruppe hat sich zunächst schwerpunktmäßig mit der Situation der Kinder in Südafrika beschäftigt. Eine Konferenz in Harare, Simbabwe, hatte damals die grausamen Misshandlungen des weißen Regimes gegen die schwarzen Kinder aufgedeckt. So hieß es „Kind zu sein in Südafrika und schwarz zu sein – das bedeutet: als wertlos zu gelten, nichts lernen zu dürfen, arbeiten zu müssen, Hunger zu haben. Und es bedeutet, Freiwild für die Polizei zu sein. Verhaftet und gefoltert zu werden. Nicht, weil man irgendetwas getan hätte. Sondern weil man jung und schwarz ist.
Die Arbeitsgruppe organisierte Sammlungen, Schweigekreise, warb für den Früchteboykott und verwirklichte einen ersten Solidaritätsgottesdienst in der Versöhnungskirche, zusammen mit Pfarrer Haßler, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Um konkret bei der Abschaffung der Apartheid mitzuhelfen unterstützte die Gruppe die südafrikanische Kinderzeitung „Molo Songololo„, zu deutsch „Hallo Tausendfüßler„. Die Zeitung wurde in drei südafrikanischen Sprachen herausgegeben und erreichte alle Kinder - schwarze, farbige und weiße. Noch heute arbeitet die Zeitung engagiert für die Kinderrechte und ist eine bedeutender Partner von terre des hommes im Süden Afrikas. Viele weitere Themen schlossen sich an. Der Einsatz für Straßenkinder, gegen Rassismus weltweit und für Flüchtlingskinder in Wattenscheid. Die Gruppe »Kleine Menschen« im Übergangsheim in der Hönnebecke traf sich jede Woche zum Spielen, Basteln, Backen und Feiern diverser Jahresfeste. Aber auch Kinderprostitution beschäftigte die Gruppe - und malte mit an den »Tausend Fahnen für Stockholm« zum »Ersten internationalen Kongress gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern«. In dieser Zeit gesellte sich die Bochumer terre des hommes-Gruppe zu Wattenscheid, anschließend waren Aktionen dann nicht mehr nur auf Wattenscheid begrenzt, sondern erstreckten sich bis nach Herne.
Auch über 1200 Unterschriften gegen Landminen sammelte die Gruppe mit Hilfe von Pfadfindern. Ebenso bei der Einführung des Warenzeichens »Rugmark«f ür Teppiche ohne ausbeuterische Kinderarbeit wirkte sie mit und erklärte Schulklassen, wie hart Kinderarbeit sein kann. Zum 10-jährigen Jubiläum der UN-Kinderrechte machte die »tour des hommes« Station in Wattenscheid. 1500 Kilometer fuhren die Radler, um sich für Kinder in bewaffneten Konflikten einzusetzen - in Kolumbien, Kambodscha und Uganda. Der UN-Weltkindergipfel, verschoben wegen des Angriffs auf das World Trade Center vom Sept. 2001 auf den Mai 2002 in New York, forderte wieder eine Mobilisierung von Kindern. »Alle ans Netz« hieß es, damit die Stimme nach Umsetzung von wesentlichen Kinderrechten deutlich hörbar würde. Besonderes Anliegen von terre des hommes war, den Missbrauch von Kindern als Soldaten zu beenden – auch ein Thema in Wattenscheid. Eine Tournee von »Taller de Vida« brachte intern vertriebene Kinder des kolumbianischen Projektpartners nach Deutschland – ihre Vertreibung war Inhalt ihres Theaterstücks, aufgeführt in zwei Bochumer Gymnasien. Den Schrecken des Kinderhandels zu begegnen wurde dann Arbeitsinhalt der Gruppe, die die »Internationale Kampagne gegen Kinderhandel«von terre des hommes unterstützen wollte. Bochumer Schüler und Schülerinnen führten Theaterszenen zum Kinderhandel auf und halfen bei vielen Aktionen mit, nicht zuletzt anlässlich eines Besuchs von Projektpartnern aus Südafrika, Kambodscha und Thailand bei einer Podiumsdiskussion in der VHS Bochum, wo es um Kinderhandel und Kinder-prostitution ging. Inzwischen gibt es das erste Bochumer Kinderrechtsteam »Kids for Life«.. Vorläufig sind noch keine Aussichten, dass die Gruppe sich zur Ruhe setzen kann. Weiterhin wird für Kinderrechte weltweit gekämpft werden müssen, solange den Mächtigen Ausbeutung und kriegerische Auseinandersetzungen wichtiger sind! Dezember 2003
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