HERNE: KINDER GEHEN AUF DIE STRAßE


WAZ-Bild: Hans Blossey Die Realschule Sodingen und die Hauptschule Neustraße engagierten sich gestern gemeinsam für Straßenkinder auf aller Welt. Auf der Bahnhofstrasse verkauften sie selbstgemachte Kekse und sammelten Spenden. Mit dem Bauchladen unterwegs waren auch diese Schüler.

WAZ Herne, 21.11.2003

fe. Große Augen blickten gestern erwartungsvoll an den Passanten auf der Bahnhofstraße hoch. Etwa hundert Straßenkinder versuchten, ein wenig Geld zu verdienen.

Was klingt wie eine Szene aus den Slums bettelarmer Großstädte, wurde für einen Tag auch in Herne Wirklichkeit. Die Klassen 5d und 6a der Realschule Sodingen sowie die 6b und 6c der Hauptschule Neustraße hatten den Jahrestag zur Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonventrion zum Anlass genommen, auf die Nöte der Straßenkinder in aller Welt aufmerksam zu machen. Bis zum Mittag waren die Kinder unterwegs und verkauften selbst gebackene Kekse, Weihnachtskarten und von der WAZ gespendete Zeitungen.
Der Erlös der Aktion »Straßenkind für einen Tag« geht an das Kinderhilfswerk »terre des hommes«, das unter anderem Projekte in Sao Paulo, Johannesburg und Bombay unterstützt.

Zwar zeigten sich Schüler und Lehrer am Ende mit den Einnahmen sehr zufrieden. Jedoch bedauerten sie das Verhalten einiger Zeitgenossen, die ablehnend und aggressiv reagierten. »Die meisten waren aber großzügig«, freut sich Bärbel Allendorf, Lehrerin an der Realschule Sodingen.

Als die Interessengeminschaft City von dem Engagement der Schulen erfuhr, entschloss sie spontan, auf den Zug aufzuspringen. Die Entscheidung passt zum »Markt der guten Taten«. Jeder Cent, den das zweistöckige Nostalgiekarussell auf dem Robert-Brauner-Platz am Samstag einnimmt, geht ebenfalls an »terre des hommes«. »Damit besonders viele Leute kommen, kostet eine Fahrt nur einen Euro«, kündigt IG-City-Vorsitzender Benno Nolte an.




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